RECEPTION: FRIDAY, OCTOBER 31, 6 - 8 pm
8 pm Live Concert ORPHAN
Die Künstlerin Amy O'Neill (* 1971 in Beaver, Pennsylvania, lebt in New York) behandelt in ihren Installationen, Zeichungen und Filmen vor allem die schrägen Seiten der kulturellen Produktion Nordamerikas .
Der Titel der neuen Ausstellung “The Pilgrim Motel” gibt einen Vorgeschmack auf das Szenario, das den Betrachter in unseren Berliner Räumlichkeiten erwartet : eine Art “Wallfahrt” zu verschiedenen Aspekten der puritanischen Kultur in Amerika. Das ursprüngliche “Pilgrim Motel” befand sich in Salem, Massachusetts, einer Stadt, die für die Salem Witch Trials - eine Reihe von Hexenprozessen, die sich 1692 dort ereigneten - bekannt ist.
Die amerikanischen Flaggen in der Ausstellung hängen in einem eher verfallenem Zustand von der Decke. Ihre Nähte wurden zwischen den Streifen aufgetrennt, so das Leerräume entstehen und die Sterne fehlen komplett. In der Tat wurden diese Flaggen in einem kleinen Betrieb erworben, der dem Kunden die Möglichkeit bietet, die Anzahl der Sterne auf der Flagge selbst zu bestimmen; O’Neill bestellte keinen Einzigen.
Die Flaggen bilden ein Diptichon mit verschiedenen handgemachten Steppdecken, die das Design der amerikanischen Flagge mit den traditionellen “Bricks & Bars” Mustern der Amish kombinieren. Wie schon für vorangegangene Projekte bat die Künstlerin auch hier wieder spezialisierte Handwerker zur Hilfe. Für dieses Projekt hat sie direkt mit den in Lancaster County (Pennsylvania) angesiedelten Amish- und Mennonitengemeinden zusammengearbeitet.
Zusätzlich zu Flaggen und "Decken" wird eine 2007 entstandene Arbeit namens Burl Grotto gezeigt. Sie besteht aus hölzernen Wucherungen, die vom Baum abgelöst an die Wand gehängt wurden. Der Arbeit kommt die Rolle des "Heiligtums” der Ausstellung zu und lässt Sie so zum Höhepunkt der imaginären Wallfahrt werden. Das Gefühl zwischen Abstoß und Faszination, welches die knorrig-entstellte Beschaffenheit der “Burls” hervorruft, erinnert natürlich wieder an die vielseitigen Paradoxien, die in der gesamten Ausstellung präsent sind.
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